Sie sagte neulich zu mir: „Ich glaube, mein Hund kennt mein wütendes Gesicht gar nicht.“
Das hat mich nachdenklich gemacht. Kennt mein Hund Karlie mein wütendes Gesicht?
Klare Antwort: Ja. Und das ist auch gut so.
Warum? Weil Kommunikation mit dem Hund eben nicht nur aus freundlichem Ton und Lob bestehen sollte. Sondern auch aus Klarheit, Grenzen – und ja, auch aus einem deutlichen Gesichtsausdruck.
Ich beobachte häufig:
Wenn der Hund aus Menschensicht etwas „gut gemacht“ hat, dann wird gelobt, gestrahlt und sich überschwänglich gefreut. Der Hund steht im Rampenlicht, bekommt volle Aufmerksamkeit und begeisterte Worte.
Aber wenn es darum geht, eine Grenze zu setzen, dann geschieht das oft nebenbei und eher halbherzig. Und meistens auch noch aus der Distanz.
Und dann wundert man sich, warum es nicht wirkt.
Die Erklärung ist simpel:
Der Hund weiß oft gar nicht, dass da gerade überhaupt etwas gesagt wurde; geschweige denn, dass es sich um eine Korrektur handeln soll.
Warum? Weil das Gespräch nie wirklich zu Ende geführt wurde.
Ein Blick, ein Ton, ein Signal: all das reicht eben nicht, wenn es nicht beim Hund ankommt, weil er dessen Bedeutung nie wirklich kennengelernt hat.
Kommunikation – echte Kommunikation – findet immer am Hund statt. Nicht über ihn hinweg. Nicht aus fünf Metern Entfernung. Nicht im Vorbeigehen.
Und hier kommt der Punkt:
Dein Hund darf dein wütendes Gesicht kennen. Nicht, weil du wütend auf ihn sein solltest – sondern weil es zur Palette deiner Körpersprache gehört. Und weil es dir hilft, ernst genommen zu werden. Es ist essentiell, dass dein Hund deine Stimmungen wahrnimmt, nicht nur deine Worte.
Denn was ist die Alternative?
Ein Hund, der dich nicht ernst nimmt, und für den deine Korrektur keinerlei Bedeutung hat, weil er nie gelernt hat, wann „Nein“ auch wirklich „Nein“ bedeutet.
Und wie sieht die Lösung nun aus?
🔸 Geh in Beziehung, bevor du Grenzen setzt.
🔸 Sei körperlich präsent – im wahrsten Sinne des Wortes: am Hund.
🔸 Und: Führe Gespräche zu Ende. Auch die unangenehmen.
Denn echte Hundeerziehung ist eben nicht ausschließlich Aktivität mit dem Hund.
Es ist Beziehung. Kommunikation. Und manchmal auch ein verbindliches Gespräch.
In meiner Hundeschule Spürnasen geht es genau darum:
Um Hundeerziehung, die verbindet. 🧡
Nicht auf Distanz. Nicht halbherzig.
Sondern klar, ehrlich und auf Augenhöhe.
Wenn du dir unsicher bist, wie du ein ernstes Gespräch mit deinem Hund führen kannst, ohne dabei unfair zu wirken, dann melde dich gerne.
Wir schauen gemeinsam drauf, und du bekommst konkrete Impulse, wie du in deiner Kommunikation klarer wirst. Ohne Druck. Dafür mit Wirkung.